Hauptmenü
Home
Arbeitsgruppen
Forum 2010
Forum 2009
Forum 2008
Arbeitskreise
Themen und Thesen
Initiativen und Projekte
Zu"kunst"forum
Downloads
Beteiligung
Organisation
Kontakt
Impressum
Administrator
Kalender
Mai 2012 Juni 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Woche 18 1 2 3 4 5 6
Woche 19 7 8 9 10 11 12 13
Woche 20 14 15 16 17 18 19 20
Woche 21 21 22 23 24 25 26 27
Woche 22 28 29 30 31
Kolumbus werden Drucken E-Mail

Überlegungen zur Zukunftsfähigkeit Schönstatts von Schwester Gertrud-Maria Erhard

„'Das Wunder ist passiert – unsere Kirche ist heute voll mit Jugendlichen', diese SMS erhielt ich in der letzten Osternacht von Pedro aus Itacurubi“, so erzählt mir Guillermo (18 Jahre) begeistert. Im vergangenen  und in diesem Jahr führte er mit einer Gruppe von etwa 60 Jugendlichen und 30 Erwachsenen das Evangelisierungs-Projekt „misiones“ durch in Itacurubi in Paraguay. 

Solche Reaktionen motivieren ihn und seine Gruppe immer wieder, eine Menge Freizeit und Kraft einzusetzen für dieses Projekt.

Es geht um den Glauben

Für jeweils eine Woche ging er mit den Jugendlichen und Erwachsenen nach Itacurubi – nach Absprache mit dem Pfarrer. In einer Schule campierten sie und richteten das Zentrum ein: Räume zum Übernachten, Räume der Begegnung, eine Kapelle und so weiter. Jugendliche leiteten das ganze Projekt. Morgens besuchten sie in kleinen Gruppen die Leute in den Häusern. Nachmittags und abends fanden workshops und Gesprächsrunden im „Zentrum“ statt. „Es geht uns dabei nicht in erster Linie um Sozialarbeit, sondern um den Glauben“, erklärt Guillermo. „Meistens führen wir ein Theaterstück auf mit einer religiösen Botschaft. Am Ende der misiones veranstalten wir ein riesiges Fest für die Kinder. Jeder unserer Jugendlichen hat dabei seine Aufgabe. Wir hatten schon 700 Kinder, an einem anderen Ort 1200.

Zum Schluss feiern wir eine heilige Messe mit dem Pfarrer der Gemeinde, der während der ganzen Zeit unser Ansprechpartner ist. Wir berichten ihm von unseren Gesprächen in den Häusern und wo wir Bedarf sehen. Wir sehen dieses Projekt als unseren Dienst von Schönstatt aus an der Kirche.“

on tour durch Europa

Guillermo steht im letzten Jahr vor seinem Schulabschluss. Wie seine Brüder ist er leidenschaftlicher Fußballspieler. Er verbringt gerade eine Auslandszeit als Austauschschüler in Catania, Italien. Mit seinen Eltern traf er sich in diesem Sommer und tourte durch Europa. Dabei machte er auch für einige Tage Station in Schönstatt auf dem Josef-Kentenich-Hof in Hillscheid. Da ich die ganzen Sommermonate dort mit Familientagungen verbrachte, lernten wir uns kennen.

Was macht Schönstatt zukunftsfähig?

Als ich um diesen Artikel für die Zapfsäule gefragt wurde mit der Leitfrage: „Was macht Schönstatt zukunftsfähig?“ fiel mir dieses Gespräch ein. Die misiones sind eines von vielen existierenden und noch viel mehr möglichen Projekten, durch die Schönstätter Glauben erfahren und weitergeben. Zukunftsfähige Projekte zeichnen sich aus durch herausfordernde Ziele, durch engagierte und identifizierte Teilnehmer und missionarischen Biss.

Zwei Pferde in die gleiche Richtung lenken

Wie kommen wir zu identifizierten Teilnehmern und missionarischem Biss?

Die schon oft zitierte Janne Haaland Matláry, bis 2000 norwegische stellvertretende Außenministerin, über deren spannenden Weg zum Katholizismus ich vor kurzem las, greift mit ihren Überlegungen genau in diese Fragestellung. Sie erlebte das Gebet und die Mitfeier der heiligen Messe als persönliche Oase. Sobald sie aber ihren Alltagsgeschäften als Wissenschaftlerin, Ehefrau und Mutter nachging – und das im 5. Gang – schien der Glaube nichts mehr mit dem Leben zu tun zu haben. 'Ich sitze auf zwei Pferden, die in verschiedene Richtungen reiten', so drückte sie ihr Dilemma aus. Erst als sie entdeckte, dass sie eine Aufgabe, eine Berufung hat als Katholikin in der Politik, dass Glaube nicht nur eine persönliche Nische sein kann, sondern ein Auftrag bedeutet, gelang es ihr, beide PS in die  gleiche Richtung zu lenken und die volle Kraft auszunutzen.

Kolumbus werden

Als sich Pater Kentenich im Oktober 1967 mit Delegierten der Schönstattbewegung traf, versuchte er sie ganz analog zu Janne Haaland Matlárys Erfahrungen auszurichten: „Nicht so, als wenn wir nur ständig im Kämmerlein sitzen sollten und wollten und beten. Nicht so, als würden wir den Vorwurf verdienen: stilles innerliches Leben führen wir ... Sicher, das wollen wir auch, aber das alles nur, um letzten Endes Welteneroberer zu werden, Kolumbus erneut darstellen, eine neue Welt bauen, sie Gott zu Füßen zu legen, teilnehmen an der großen Sendung der lieben Gottesmutter in der heutigen Zeit.“

Was macht Schönstatt zukunftsfähig?

Auf dem Pferd der Aktion und der Kontemplation reiten in einer gelungenen Balance.

Wenn ich die Landschaft unserer Schönstattbewegung in Deutschland zur Zeit auf mich wirken lasse, dann dürfte die Waage der Balance noch viel stärker zu Gunsten der Aktion ausschlagen.

Wie kommen wir zu kreativen Ideen und der Power, sie durchzuführen?
Woher nehmen wir den richtigen Spürsinn für das, was jetzt dran ist?
Wie kommen wir gleichzeitig zu spirituellem Tiefgang?

Zu den essentials vorstoßen

Vor einigen Jahren stieß eine junge Familie zum Schönstatt-Familienbund. Der Mann ist ein kritischer Theologe. Er hat die schönstättische Spiritualität gleichsam mit einem „Hammer sorgfältig abgeklopft“. Am Ende der zweiten Tagung sagte er: „Das, was ich in diesen Tagen über Pater Kentenich erfahren habe, macht mir deutlich, dass ich da irgendwie den Schlüssel zu Schönstatt finde. Ganz viel hängt mit seiner Person zusammen. Etwas zu erfahren über ihn erschließt mir das Ganze mehr. Deshalb ist mir das wichtig, in der nächsten Zeit darüber noch mehr zu erfahren.“

Bei Pater Kentenich in die Schule gehen, sich seinen Worten nähern und stellen, dabei auch bereit sein, manche Nuss zu knacken, das gibt mit der Zeit den sicheren Spürsinn. Das gehört zu den essentials, die Schönstatt zukunftsfähig machen.

 

Artikel erschien in der Zapfsäule KING SIZE II 2007 "Zukunft beleben"


 
Anzeigen
JSN ImageShow - Joomla 1.5 extension (component, module) by JoomlaShine.com
(C) 2008 Zukunftsforum Schoenstatt