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Geistliches Wort Oktoberwoche 2008 Drucken E-Mail
P. Dr. Lothar Penners, Oktoberwoche 2008, Zukunftstag, Donnerstag, 16.10.

Geistliches Wort

Liebe Schwestern und Brüder,
bevor wir in den Begegnungsabend gehen, ein geistliches Wort auf dem Hintergrund des heutigen Tages. Ich habe zweimal mein Konzept im Blick auf dieses geistliche Wort verworfen, was bei mir relativ selten vorkommt. Ich habe gedacht, was sagst du, wenn in der Familie mit einem solchen Nachdruck, in einer solchen Breite ein Unisono ist nach mehr Wertschätzung und nach mehr Kooperation? Das muss doch einen Grund haben. Und hat das nicht auch einen Grund in der Geschichte? Zunächst habe ich gedacht, du musst etwas zur Geschichte sagen.

Heute Morgen hat mich dann sehr bewegt, was für ein Klima während des Podiums und auch in der Pause entstanden ist. Eine Erfahrung

Zunächst möchte ich mit Ihnen auf eine Erfahrung schauen, die wir als Münsteraner Studen-tatsgemeinschaft hatten. Wir sind einmal auf dem Rheinhöhenweg nach hier gepilgert und hatten eine Begegnung mit unserem Vater und Gründer ausgemacht. Er hat uns empfangen und, fast als ob er uns noch ein bisschen einführen müsste in das, was wir hier in Schönstatt vorfänden, und zwar hier auf Berg Schönstatt – ich glaube, es ist im Saal des Schulungsheims gewesen – hat er uns gesagt: Sie finden hier auf diesem Berg, hier in Schönstatt, ein mariani-sches Klima vor, Sie finden vor ein Vaterklima, und Sie finden vor ein Dreifaltigkeitsklima. Dann hat er so in unsere Runde geschaut, er merkte ja so etwas sofort, und hat gesagt: „Auch unter Ihnen ist ein schönes Klima!“ Und das war tatsächlich so. Sie erinnern sich, wenn man über den Berg Schönstatt ging, damals war Herr Pater ja meistens dort, oder wenn man in ein anderes Haus kam, wo er war: Man merkte, die Leute strahlen.

Und da kam noch etwas dazu. Das scheint mir auch die Steigerung zwischen Vaterklima und Dreifaltigkeitsklima zu sein. Herr Pater hat ja, nicht nur früher bei Josef Engling, sondern auch in diesen drei Jahren, als er wieder da war, Kontakte ermöglicht, Austausch geschaffen. Und worin könnte die Steigerung von Vaterklima bestehen? Unser Vater und Gründer hat sich immer als Kontaktstelle gesehen, und er hat den Vatergott, den vorsehenden Gott, immer, wie er gesagt hat, als Exponenten der Dreifaltigkeit gesehen. Worin liegt die Steigerung? Ich den-ke, die ausdrückliche Steigerung im Trinitätsklima, wenn man so sagen darf, heißt: Herr Pater wollte als Kontaktstelle die Gottesmutter ins Spiel bringen – marianisches Klima. Und er wollte, sozusagen von oben kommend, von der Vorsehung und dem führenden Gott her kommend, die Menschen hineinnehmen in den „Lebens- und Liebesrhythmus des dreifaltigen Gottes“. Er wollte das, was in unserer Kernformulierung anklingt: neuer Mensch, neue Ge-meinschaft. Er wollte alle zu einem seelischen In-, Mit- und Füreinander führen. Er wollte, dass die Familie schwingt in einem Trinitätsklima, in einem Dreifaltigkeitsklima, in dem die einzelnen Menschen und die einzelnen Gruppierungen ihre Zentrierung behalten, aber, wie er selber oft sagte, verschwenderisch weit geöffnet sind für die anderen und für anderes Leben. Das war sein Traum, nicht nur sein Traum, das war sein Ansatz, das war sein Anliegen in der Victoria-Patris-Strömung damals, die Familie in dieses Klima, in diese Höhenlage erneut hi-neinzuziehen. Und vielen wird es so ergehen, liebe Schwestern und Brüder: Waren diese drei Jahre, nicht so etwas wie ein Hochplateau? Diese familienhafte Einheit, dieses nicht nur da-heim sein, sondern in diesem Vater- und Dreifaltigkeitsklima zu sein und zu schwingen und es auszustrahlen auf die Umgebung. Wie hat Schönstatt gestrahlt in dieser Zeit! Liebe Schwe-stern und Brüder, daraus nachher etwas zu der einen oder anderen Konsequenz.

Jetzt aus dem spirituellen Ambiente von heute: Sie wissen aus der geistlichen Begegnung mit anderen, teilweise aus der Literatur: Früher redete man im Christentum mehr von der Gottes-liebe und der Nächstenliebe und man sollte den Nächsten lieben, weil er auch von Gott geliebt ist. Das bleibt selbstverständlich richtig. Aber wir stoßen heute oft auf eine leicht veränderte Sicht, nämlich es gehe um das Geheimnis der gegenseitigen Liebe. Dass ich lieben darf und geliebt werde, ist das nicht zutiefst die Substanz unserer Bündnisspiritualität? Wenn uns ein neuer Anfang geschenkt wird in der Wertschätzung, in der Kooperation, in einem neuen He-reinbrechen des Göttlichen – wir müssen das nicht unbedingt irgendwo festmachen – auf un-serem Weg auf 2014 hin, dass wir dieses Hochplateau wieder erklettern, liebe Schwestern und Brüder, ich glaube, dann hätten wir das, was unser Vater zu Innerst ersehnt und gewollt hat! Wenn er von Schönstatt als „neuer Schöpfung“ geträumt, Schönstatt so gesehen und dafür gearbeitet hat, wenn das kein Herzenswunsch wäre für die Zukunft! Sollten wir nicht mit ei-nem solchen neuen Anfang rechnen? Ich hätte das vor heute Morgen so nicht gesagt, wohl mir mit dem Zukunftsforum so etwas erträumt für die nächste Zeit.

Eine ergänzende Erfahrung

Liebe Schwestern und Brüder, dazu eine ergänzende Erfahrung derjenigen von uns, die an Stuttgart I und II teilgenommen haben. Bei einer ganzen Reihe, die dort waren, das Miteinan-der der Geistlichen Bewegungen erlebt haben, fiel irgendetwas von Schönstatt ab wie eine künstliche Haut, wenn ich das so sagen darf. Die machten eine neue authentische Erfahrung, als sie im Verlauf dieser Tage gespürt haben: Ach, so geht es auch! Dass Gemeinschaften von „marianisch-päpstlichen“, wie eine Zeitung schrieb, bis zu freikirchlichen Gemeinschaften in einer großen Ehrfurcht, in einer großen Offenheit, in einem wohlwollenden, wertschätzenden Interesse gelauscht haben auf geistliche Erfahrungen und etwas lernten, was dann auch wieder diesen qualitativen Sprung ins Trinitätsklima erlaubt hat. Ein Referent hat in Stuttgart II auch über die Trinität gesprochen und über die Einheit in der Verschiedenheit. Die Teilnehmer haben gespürt, warum dieses Treffen nicht nur interessant, sondern fruchtbar ist: Weil wir alle spürten, die Kirche, die Christenheit braucht das jeweils andere Charisma.

Liebe Schwestern und Brüder, ich glaube, wir werden nicht nur durch gutes soziales Klima, wir werden nicht durch theologische Vertiefung, und wir werden nicht durch das Bemühen um die „kleinen Tugenden“ des Mitmenschlichen – Werktagsheiligkeit, dritter Teil –, die wir bis ans Lebensende üben werden, zu dieser Wertschätzung und zu dieser Kooperation kom-men. Unsere familienhafte Einheit hängt daran, dass ich in der Art, in der Wirkweise, im A-postolat, im inneren Leben einer anderen Gemeinschaft, einer anderen Gliederung, das Wir-ken Gottes, das Wirken des Heiligen Geistes spüre; wenn ich die Erfahrung machen darf: der Geist wirkt bei denen und jenen, und er kann gar nicht in mir oder in uns so viel wirken, wie er in der Gesamtheit wirkt! Liebe Schwestern und Brüder, dann wachsen wir nicht nur in der Wertschätzung, wir wachsen nach innen und nach außen durch diese Offenheit dem Wirken des Heiligen Geistes gegenüber, die das Gegenteil ist von der sozialpsychologischen Klippe, die wir alle kennen aus Kursen, Hausgemeinschaften, Provinzen: „Wir sind die Eigentlichen.“ Und wenn’s nicht respektiert wird, dass „wir“ die Eigentlichen sind, die etwas säuerliche Re-aktion: „Es ist bedauerlich, dass man immer noch nicht merkt, dass wir die Eigentlichen sind!“ Die sozialpsychologische Klippe in jedem Miteinander! Nein, wenn ich mich freue, hinzuschauen auf das Charisma der anderen, des anderen und zu sehen: Da wirkt der Geist Gottes, da wirkt der Geist unseres Vaters, da wirkt der Lebensreichtum des Liebesbündnisses, liebe Schwestern und Brüder, dann sind wir dabei, hineinzuwachsen in das, was unser Vater Trinitätsklima nennt. Ob das nicht, mit der Gründungsurkunde gesagt, „des Fleißes und Schweißes der Edelsten wert“ wäre, uns untereinander zu ermöglichen, in diesem Lebens- und Liebesrhythmus zu leben, zu schwingen, aufgenommen zu werden, lieben zu dürfen und geliebt zu werden? Das wäre so etwas, wie es heute Morgen geheißen hat, wie ein neues An-gebot von „mit Göttlichem zu rechnen“. Aber wie unsere jungen Leute sagen: „It’s Spring-time“; das geht nur im Springen, in einem Sprung des Vertrauens, wie Glauben immer mit Vertrauenssprüngen zusammenhängt. Über die Befremdlichkeit, über das Herausfordernde, über die Andersartigkeit, über die anderen Akzente hinwegzuspringen in dieser Kommunika-tion mit dem Geist unseres Vaters und dabei sowohl ausruhen zu dürfen in diesem Vertrauen und immer noch mehr bewegt zu werden.

Wertschätzung – Kooperation

Liebe Schwestern und Brüder, nur über diese geistinduzierte Hochschätzung und Wertschät-zung, die die ganze Fülle der natürlichen Andersartigkeit und so das originelle Kolorit selbst-verständlich, das wissen wir alle, behalten darf, ist auch Zusammenarbeit möglich. Wertschät-zung ist die Voraussetzung für Kooperation. Das sind nicht zwei Dinge nebeneinander, son-dern nur Wertschätzung ermöglicht Kooperation. Nur Ehrfurcht ergibt Offenheit. Nur Ver-trauen ermöglicht Wachstum im Miteinander. Nur Vertrauen ermöglicht, miteinander etwas zu tun.

„Miteinander“ ermöglichen – an dieser Stelle könnte man alle Haltungen durchspielen, die da notwendig sind über Ehrfurcht und Vertrauen hinaus, als Einzelner, als Kreis, als Gemein-schaft. Ich denke, wir sind da besonders eingeladen, noch einmal nachzuschauen, was Pater Kentenich dazu alles geäußert hat. Denken Sie an die wunderbare Predigt in „Maria, Mutter und Erzieherin“, in der unser Vater das Verhältnis zwischen Selbststand und Geöffnetsein darstellt. Dafür gibt es kein Rezept. Aber zentriert zu leben und verschwenderisch weit geöff-net zu leben, in diesem „Kunststück“ könnte er uns wirklich noch ein bisschen Nachhilfe ge-ben. Ich glaube, da liegt bei ihm eine Form von Humanität vor, die singulär ist, soviel es Dia-logiker gibt, die nach der Richtung gedacht und gelebt haben. Eine wunderbare Herausforde-rung, scheint mir. Eine Kostprobe dafür im Originalton:

„Das Verstandeslicht zeigt uns ..., dass das, was die Person in ihrer Einsamkeit und Ge-schlossenheit für sich darstellt und gewinnt, kraft des naturhaft innewohnenden Zuges zur Gemeinsamkeit mit sich selbst an das personale Du verschenken will, ja, dass wahre Ge-meinschaft, dass Herzensgemeinschaft, Herzensverschmelzung und Herzensaustausch zwi-schen dem personalen Ich und dem personalen Du nur möglich ist, wo das personale Ich seine volle Eigenart entfaltet und selbstlos zum Du hinüberbringt, und dass die weitgeöffne-te und verschwenderisch sich auswirkende Hingabe an das Du die Eigenständigkeit der Persönlichkeit rückwirkend erst zur vollen Entfaltung und zur Vollreife bringt. Geschieht das nicht, so wird Gemeinschaft Vermassung ...
Zum Wesen der menschlichen Persönlichkeit gehört also gleichzeitig und gleicherweise bei-des: das Geschlossensein in sich und das Geöffnetsein für ein persönliches Du, teils, um das Du in sich aufzunehmen und dadurch beschenkt, bereichert und vollendet zu werden, teils um sich selbst ihm zu schenken und ihn seelisch zu ergänzen. Das Ich wird nur durch Hin-gabe an das personale Du, will heißen durch passives Aufgenommensein und aktives seeli-sches Aufnehmen, innerlich reif und vollkommen, tragfähig und schöpferisch.“

Eigenleben und Kommunikation

Es geht also darum: Eigenleben haben und Kommunikation pflegen. Kommunikation als In-formation, als Verständigung, als Absprache. Ich glaube, da geht ein ganzes „Tor“ auf in dem Sinne, wie man Haltungen und praktischen Vollzug bei sich und anderen fördern und wach-sen lassen kann. Behutsam, nicht zerreden, nicht anmahnen, sondern immer wieder diese „Sprünge“ zu versuchen, Vertrauen zu schenken, aufeinander zuzugehen, ein bisschen mehr an Information zu wagen, anderes auch beiseite zu lassen. Da gibt es keine Rezepte!

Liebe Schwestern und Brüder, die Bewährung liegt aber dann nachher, würde ich sagen, in der Kooperation. Was unsere Familien mit den Frauen und Müttern zusammen tun beim Mut-ter-/Elternsegen, ist toll, soll gepflegt werden, soll gefördert werden. Aber es liegt, würde ich sagen, bei benachbarten Gliederungen, bei Gliederungen von Verheirateten, schon fast ein bisschen auf der Hand und ist eine erste Raketenstufe, die wir nicht gering achten wollen.

In einer weiteren Stufe wächst etwas. Wirken wir zusammen, wenn wir spüren: in den Diöze-sen, in der Gliederung, in jener Initiative, in dem Projekt wächst Schönstatt im Moment am meisten! Ob wir nicht wirklich wachsen könnten, wenn sich dann eine Diözesanfamilie – da soll ja vor allen Dingen Apostolat gemacht werden – gemeinsam „darauf stürzt“? Ein Bei-spiel: schauen, dass Jugendliche zur „Nacht des Heiligtums“ fahren. Das kann zu unserem Wachstum ganz erheblich beitragen, wenn unsere Solidarität so stark wäre und unser Über-zeugtsein: Da oder dort bei uns in der Nachbarschaft wirkt der Geist Gottes jetzt und hier. Und kennen wir nicht alle das „Dogma“ unseres Vaters und Gründers: Leben wächst nie gleichmäßig, aber immer gleichzeitig.

Auch in unserem Miteinander gibt es so etwas, grundsätzlich gesagt, wie die organischen Wachstumsgesetze, und oft sind es auch „Apostolatsgesetze“. Ich hatte den starken Verdacht, dass unsere jungen Leute soeben immer wieder auch das Miteinander von Schönstättern ins-gesamt gemeint haben. Wir, das war auch beim Zukunftsforum so, wir entdecken unter uns so viele Potentiale. Können die nur in einer Gliederung, in einer Gemeinschaft, in einer Initiati-ve wirksam werden? Oder kann es nicht so gewollt sein, und kann es nicht unter Umständen in Zukunft wichtiger werden, dass man Schönstatt kennen lernt nicht unbedingt über diese Gliederung, über jenen Bund, über jenen Verband, über diese Initiative, sondern dass wir, wie unsere jungen Leuten das gesagt haben, unsere Potentiale für eine Erstverbreitung Schön-statts, für eine erste Kontaktnahme „zusammenlegen“. Und wir erleben eine Schwester, einen Priester, eine Gruppe von Jugendlichen, Familien, Singles, wer immer es sein mag, und erzäh-len ihnen zunächst nichts über die einzelne Gliederung. Wir gehen immer von der Meinung aus: Wir gewinnen über unsere Gliederungen genügend Leute, die zu uns stoßen. Kann es nicht sein, dass wir viele Interessierte, die den Glauben suchen, erst einmal mit unserem ge-samten Schatz bekannt machen, sie einführen auf dem Lebensweg in vorsehungsgläubiges Sehen, in ein Bündnisverhältnis zur Übernatur, über ein modernes Heiligkeitsideal? Sie kön-nen alle unsere Schwerpunkte durchgehen. Oder das Interesse vieler Leute an pädagogischen Fragen.

Wir sind darüber hinaus dabei zu reflektieren – das war jetzt gerade nicht „eingeraten“, wie man bei uns im Rheinland sagt, sondern kam von den jungen Leuten –: Können nicht neue Versuche, können nicht neue Modelle auch der Kooperation unter Umständen zum Wachstum unserer Familie beitragen? Da gibt es sicher jetzt auch schon Möglichkeiten. Es war die Rede, wir haben es eben von Freiburg auch noch einmal gehört, von unseren Jubiläen. Ich finde das toll mit „Update 5.0 ... und alles wird neu“ und so. Aber gelegentlich frage ich mich auch: Wie werden vielleicht neue Leute mehr angezogen zu unseren Jubiläumsveranstaltungen? Wenn sie hören: 40 Jahre, 50 Jahre, 30 Jahre, 25 Jahre ... oder wenn der Tag einen Namen, eine Botschaft hat? Die müsste etwas zu tun haben mit „innen“, was wir weitergeben wollen, aber auch mit dem Zeitgefühl, mit dem die Leute kommen. Ein Jubiläum feiern ist ehrenhaft, und je höher das ist, um so mehr Ehrfurcht weckt es. Aber könnte ein solcher Tag, wenn wir uns gemeinsam engagieren, nicht noch mehr auf den Punkt einer Botschaft gebracht werden?

Im Geheimnis der Trinität

Es wartet ein weites Feld auf uns, sowohl von der Wertschätzung wie von der Kooperation, aber auch von der gegenseitigen Liebe her gesehen, von der trinitarisch geprägten Liebe. Die Trinität: drei Personen, die völlig vor einander offen liegen, ohne dass sie „gefressen“ werden; die sich total verschenken, ohne sich zu verlieren. Dreifaltigkeit – das Mysterium aller Myste-rien. Das Heiligtum der Dreimal wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt ist im Geheimnis des Gnadenschatzes (Gnadenkapital!) das Heiligtum der gegenseitigen Lie-be: Und wer in die Nähe eines Schönstattheiligtums kommt – wie hat Friedrich Heer einmal gesagt, wer in die Nähe eines lebendigen christlichen Kreises kommt –, der muss einem „A-tommeiler an Liebe“ begegnen. Unsere Heiligtümer leben vom Geheimnis der gegenseitigen Liebe! „Nichts ohne dich – nichts ohne uns.“ Und dieser Kreis von Menschen um die Heilig-tümer, von dem die Rede war: Wenn solche Kreise dieses Aroma haben „Hier bist du geliebt und darfst lieben“, ich glaube, wenn das greift, wenn das konzentrische Kreise zieht, wenn das im Sinn des Herzenswunsches unseres Vaters geschieht, fangen wir noch einmal an zu wachsen aus der Mitte unserer Familie, aus der Mitte heutiger Spiritualität, der Mitte dessen, was das eigentliche Geheimnis der Kirche ist.

Eine Bemerkung zum Schluss: Unsere gesamte Schönstattfamilie wünscht sich sehnlichst die Heiligsprechung unseres Vaters und Gründers und eine volle Wirksamkeit des Urheiligtums. Kann es nicht sein, dass die Gottesmutter gerade die Erfüllung dieser beiden Wünsche abhän-gig machen will von einem neuen Anfang in unserem Miteinander? Dann hätten wir in dreifacher Hinsicht einen Hereinbruch des Göttlichen!

 
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