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Warum macht die Schönstatt-Bewegung ein Zukunftsforum? Drucken E-Mail

Zwei Beweggründe und ein möglicher Einwand:

  • Zunächst: Die Idee kam auf und „zündete“ – in sehr unterschiedlichen Kreisen der Bewe­gung. Anhaltspunkt genug, zu schauen, ob daraus ein „Feuer“ werden könne, welches Licht wirft auf den Weg der deutschen Schönstattbewegung in den nächsten Jahren.
  • Mit Blick auf den Beteiligungsprozess meine ich schon jetzt sagen zu dürfen: Da „züngeln“ in einem beachtlichen Maße Ideen, welche zusammen ein solches „Feuer“ in Gang setzen können – vorausgesetzt, der Heilige Geist gibt sein schöpferisches Wehen dazu!

Um das eine oder andere herauszugreifen:

Es schält sich immer deutlicher ein Bewusstsein heraus: die Schönstattbewegung in Deutschland macht in steigendem Maß so etwas wie einen Gestaltwandel durch.

  • Die Gruppenbildung nimmt im Rahmen der Ligagliederungen, das heißt der eigentlichen „Bewegung“, deutlich ab, die Bereitschaft, Projekte mitzutragen, nimmt zu.
  • Die Familienbewegung wächst – die jungfräulichen Gemeinschaften sind in etwa auch von der Nachwuchskrise der Kirche in Mitteleuropa betroffen.
  • Unsere stark ausdifferenzierte Bewegung in Deutschland (Gemeinschaften, Gliederun¬gen und Diözesen) stellt in vielen Stimmen deutlicher als bislang die Frage: Wofür steht „Schönstatt“ insgesamt, abgesehen vom marianischen Charakter, der allenthalben gewusst wird? Als was wird Schönstatt wahrgenommen und wie möchte es von außen wahrgenommen werden?


Solche Hinweise mögen genügen, um zu verdeutlichen: Es gibt Fragen, welche über die Belange einer Oktoberwoche und die Erarbeitung von Jahreslinien hinausgehen – ähnlich wie es für die Kirche, diözesan oder weltkirchlich gesehen, von Zeit zu Zeit Fragen gibt, welche über die reguläre Regierungsarbeit kurialer Art hinausgehen.

Einwände und Bedenken hinsichtlich eines solchen Zukunftsforums sind freilich denkbar und werden auch gelegentlich ausgesprochen: Ja, ja, man kennt mittlerweile sowohl im zivilen wie im kirchlichen Bereich Veranstaltungstypen, in denen sich eine bestimmte Be¬wusstseinslage artikulieren kann und auch soll. Schließlich wird Corporate Identity allent¬halben groß geschrieben. Bleibt abzuwarten, inwieweit sich die „Chefetagen“ betrieblicher oder kirchlicher Art von dem als dringlich Erachteten betreffen lassen oder weiterhin das tun, was sie für richtig halten.

Solche und andere Einwände sind möglich, sind freilich aber auch am grünen Tisch nicht aus der Welt zu schaffen. Dagegen hilft nur das Gewicht des tatsächlich verlaufenden Pro¬zesses. Nur die gegenseitige Wahrnehmung von Dringlichkeiten, welche zur Sprache kom¬men, und artikulierten Anliegen im Dialog mit den real gegebenen Ressourcen und deren Zukunftspotential (sprich: etwa hauptamtlicher und ehrenamtlicher Kräfte) kann die im¬mer mögliche Distanz zwischen Basis und „Chefetagen“ letztlich überbrücken helfen – in einer gemeinsam wahrgenommenen Verantwortung vor dem Gott des Lebens und der Geschichte. Im Umkreis des Zweiten Vatikanischen Konzils gab es eine Publikation, deren Titel das Mehr des konziliaren Prozesses gegenüber Traditionsverhaftung und kurialer Routine treffend zum Ausdruck brachte: „Die Autoritäten der Freiheit“. Im Blick auf unser konkretes Zukunftsforum mag die sinngemäße Übersetzung lauten: „Die Plausibilität authentischen Lebens“.

 

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P. Dr. Lothar Penners

Leiter der Schönstattbewegung in Deutschland

 
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