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Interview mit dem Bewegungsleiter Pater Lothar Penners |
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Warum braucht es ein Zukunftsforum? Wäre nicht die Oktoberwoche das
eigentliche „Forum“,um über die Zukunft Schönstatts nachzudenken?
P. Penners: Ja, ich stimme zu, das reguläre
„Steuerungsinstrument“ ist die Oktoberwoche. Ich sage „regulär“. Aber
ähnlich wie es nach dem Konzil in der deutschen Kirche die Würzburger
Synode gab, kann es sinnvoll sein, in einem bestimmten geschichtlichen
Augenblick so etwas wie ein Zukunftsforum einzurichten – gleichsam ein
außergewöhnliches Steuerungsorgan. Nur: Im Unterschied zu einer
kirchenamtlichen Synode braucht es einen breiten
Mitbeteili-gungsprozess, in dem viele ihre Beobachtungen, Wünsche und
Anregungen artikulieren kön-nen. Zweifellos steht die
Schönstattbewegung in unserem Land ca. hundert Jahre nach der Gründung
in einem in etwa vergleichbaren Prozess wie die Kirche damals.
Wo liegen Ihrem Eindruck nach die größten Stärken (und Schwächen)
der deutschen Schönstattbewegung? Gibt es ein sprechendes Bild?
P. Penners: Mir kommen sogar drei Bilder, die teilweise gelegentlich schon im Umlauf waren:
- Die Schönstattbewegung mit ihren vielen Einzelgruppierungen
gleicht einem großen Öltanker, der nur langsam und von langer Hand zu
steuern ist ...
- In Koblenz fließen bekanntlich Rhein und
Mosel zusammen; aber es braucht eine Reihe von Kilometern, bis beide
Ströme sich vereinigen und nicht mehr nebeneinander fließen. In der
Nachgründerzeit gab es oft ein Nebeneinander von bewahrenden und
innovativen Kräften; teilweise auch von jungem und erwachsenem
Schönstatt. In den letzten Jahren haben wir erstaunlich viele
Einzelinitiativen geschenkt bekommen zu dem, was in ein-zelnen
Gemeinschaften und Diözesen geschieht. Es spricht vieles dafür, dass
die Ge-samtrealität „Schönstatt in Deutschland“ in ihren Möglichkeiten,
Einzelbeiträgen und Einigungsmomenten neu wahrgenommen wird und
ineinanderfließen kann.
- Drittes Bild, ich habe es bei der
Oktoberwoche schon gebraucht: Der Lebensstrom Schön-statts in den
Gemeinschaften und Diözesen speist in Deutschland ca. zwanzig
„Brunnen“, größere, mittlere und kleinere. Dieser Lebensstrom fließt
aus dem Urheiligtum, das selbst, jedenfalls was das äußere
Einigungspotenzial angeht, in den letzten Jahrzehnten zu wenig wirksam
werden konnte. Das Urheiligtum braucht einen Rückstrom; nicht nur vom
Aus-land, sondern auch aus den „deutschen Landen“. Auch die zwanzig
Brunnen erhalten neues Lebenswasser, wenn es uns gelingt, auf 2014 hin
um das Urheiligtum „einen großen Brunnen zu bauen“, der die kirchliche
Landschaft in Deutschland und darüber hinaus neu bewässern kann.
Wieviel Veränderung ist möglich, gerade auch für die junge Generation?
P. Penners: Es wird mehr Veränderung möglich und
notwendig sein als manchen vielleicht lieb ist. Dazu brauchen wir ein
Gesprächsforum; aber vor allen Dingen einen neuen Einbruch unserer
Ursprungsgnade. Wenn Schönstatt seine Herausforderungen annimmt und
Gott uns in der Jubiläumszeit ähnliche Hilfen schenkt wie nach dem
Jubiläum 1999 (vgl. die Einladung zu einem größeren Miteinander der
Geistlichen Bewegungen), dann mag Schönstatt verwandelt in sein zweites
Jahrhundert hineingehen!
Die Fragen stellte Sr. M. Vernita Weiß
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