
Erstes Zukunftsforum vom 11. - 13. April 2008
Tagungsort: Pater-Kentenich-Haus, Berg Schönstatt
Nahe am Gründer und ganz nahe am Puls der Zeit konnten 180 Schönstätter
etwas davon erleben, was Zukunft für Schönstatt bedeuten kann. Eines
bedeutete es auf jeden Fall: eine Menge Gottvertrauen, prophetische
Begabung und viel Arbeit.
Interessant war die Mischung der Teilnehmer. Im Vergleich zu anderen
Veranstaltungen war der Alterschnitt relativ niedrig, die Auswahl der
beteiligten Gliederungen breit gefächert und insgesamt vermittelten die
Beteiligten den Eindruck, tatkräftig mitwirken zu wollen.
Methodisch wurden, für unsere Verhältnisse, neue Wege beschritten,
Einiges ausprobiert, was sich teilweise noch bewähren muss und sicher
auch gewisser Gewöhnung bedarf.
Der Blick auf das Tagungsdesign soll den Ablauf des ersten
Zukunftsforums verdeutlichen und gibt Gelegenheit, sich hinterlegte
Texte direkt herunterzuladen.
Tagungsdesign Zukunftsforum 2008:
Freitag, 11. April 2008: SITUATIONSANALYSE - ZIELE - RESSOURCEN
- Eröffnungsimpuls P. Dr. Lothar Penners
- Gesprächskreise zur Zielsetzung des Zukunftsforums
- Präsentation: Ressourcen für die Zukunft
- "Zukunftsphantasien" und Veröffentlichung der ersten Serie "Erklär mir Schönstatt"
Samstag, 12. April 2008: IMPULSE - KONKRETISIERUNG - STRAFFUNG
Sonntag, 13. April 2008: WEITERARBEIT UND PERSPEKTIVEN
Eine
Bewertung des Treffens fällt schwer, besonders im Blick auf die
Bandbreite an Themen und Interessen. Wir haben deshalb eine bunte
Auswahl Teilnehmer während und nach dem Zukunftsforum befragt:
Meinungen, Eindrücke und Blitzlichter
Bernhard Maas, Diözese Freiburg
Wir stehen am Anfang. Ich würde mir noch mehr Zug zum Tor wünschen. Wie
viel Gestaltungswille ist tatsächlich für die neue und neueste Zukunft
da?
Georg Schick, Freier Projektschönstätter, Diözese Rottenburg-Stuttgart
Mein
ganz persönliches Anliegen für’s Zukunftsforum ist die junge
Generation. Wir müssen die Jugend wieder stärken und auch der Zeit nach
der Jugend eine Plattform geben.
Ich bin sehr
begeistert für’s Forum. Es ist ein sehr gutes Miteinander und ich
hoffe, dass aus diesen Ideen oder Fakten auch die Taten kommen, so dass es
weiter geht.
Barbara Pons, Frauenbund, Diözese Aachen
Erst
war ich ein bisschen skeptisch: Ist das jetzt wieder so ein großes
Mammuttreffen, wo wir alle untergehen, wo viel geredet wird und
hinterher kommt keine Handlung heraus. Aber ich bin was das betrifft
angenehm enttäuscht. Ich merke, es geht auch in Kleinarbeit weiter.
Ich
werde bei der Profilierung der kleinen Schönstattzentren mitarbeiten,
weil ich aus einer Diözese mit einem relativ kleinen Schönstattzentrum
komme und da muss irgendwie ein Neuaufbruch kommen.
Birgit und Heinz Künzel, Zentrale der Schönstatt Familienliga, Diözese Bamberg
Ein
spezielles Anliegen ist für uns, Schönstatt in einer zeitgemäßen Form
rüberzubringen. Da
muss sich was ändern. Wir müssen den
Schönstattschatz, den wir haben so weitergeben, dass man ihn verstehen
kann. Wir sind begeistert und profitieren von der Zeit in der
Familienbewegung, aber wir haben immer Schwierigkeiten damit, es in der
Sprache, in der es jetzt steht, anderen Familien, jungen Familien nahe
zu bringen.
Pfr. PD Dr. Bernd Biberger, Josef-Kentenich-Institut, Bad Honnef
Ich bin hauptsächlich deshalb hier, weil ich in
der Arbeit des JKI (Josef-Kentenich-Institut) gemerkt habe, dass es viele neue Initiativen gibt,
wir haben da selber in letzter Zeit einige Erfahrungen gemacht.
Das
JKI kann konkret einbringen, dass vor allen Dingen Leute aus
verschiedenen Gliederungen zusammen finden, was zur Vernetzung beiträgt
und das war jetzt auch ein Thema, das immer wieder vorkam:
Gegenseitige Vernetzung und Austausch.
Martina Kraus, Homepageteam Zukunftsforum, Diözese Augsburg:
Wir haben Handlungsbedarf entdeckt und jetzt geht’s drum, den fest zu
machen. Wir müssen aufpassen, uns nicht zu überfordern. Ich könnte mir
als konkrete erste Schritte Folgendes vorstellen: Die Form muss
erneuert werden – der Geist darf bleiben. Jeder muss sich fragen:
Welche Kompetenzen kann ich in meinem Umfeld bündeln?
X.
Meine
Ewartung war schon ein tabufreies Denken und Reden und in sofern denke
ich, wir sind relativ realistisch geblieben. Es gibt schon ein paar
neue Richtungen im Denken, aber dieses zunächst Revolutoionäre - das
einfach mal zuzulassen, das hätte ich mir schon gewünscht.
Was ich auf jeden
Fall gut finde, ist das offenere Umgehen und Zugehen aufeinander, als
ich es zum Beispiel während der Oktoberwoche erlebt habe. Das finde ich
viel versprechend, dass es so einen Kreis gibt, wo die Offenheit da
ist, wirklich in einer ehrlichen Weise miteinander zu reden, wenn auch
nicht in einer visionären.
Sr. M. Veronika Riechel, Zentrale der Schönstatt Familienbewegung
Ich bin mit der Erwartung gekommen, dass hier eine Bündelung von
Kräften stattfindet und dass so etwas wie ein Startschuss in Blick auf
2014 passiert.
Ich bin mit der Erwartung gekommen, dass wir hier so etwas wie ein neues Pfingsten erleben dürfen.
Daniel Gröber, Homepageteam Zukunftsforum, Diözese Rottenburg-Stuttgart
Wir brauchen ein Schönstatt-Verzeichnis (VZ) im Internet. Dort kann
sich jeder mit dem präsentieren, was er kann. So kann man schnell
jemand finden und Kompetenzen bündeln.
Wir haben Defizite in der Öffentlichkeitsarbeit. Dort sollten wir nicht mehr sparen.
Toni Abele, Frauen von Schönstatt, Schönstattzentrum Stuttgart
Was ich ganz gut finde, ist die Erkenntnis - und dass ist auch zu
spüren quer durch die Gliederungen – die Sehnsucht nach Miteinander.
Ich finde, dass das Frauliche hier wenig zum Zug gekommen ist. Und dem
rechne ich viel zu, dass wir nicht nur vom Intellekt her denken,
sondern auch einfach mal träumen.
Sr. Gertrud-Maria Erhard, Familienbund und –liga Deutschland
Ich finde es war ein guter Anfang. Das Zukunftsforum hatte gutes
Potential, was die Teilnehmer und deren Altersstruktur betriftt.
Jemand sagte, eine Pi-mal-Daumen-Regel in der Bewegungsarbeit ist: Das
Eigentliche passiert zwischen den Tagungen. Es kann nicht nur sein,
dass wir uns hier „dopen“ und dann wieder absacken. Sondern die
Begeisterung soll ein Sprungbrett sein.
Was
ich jetzt auch schön fand, die Fackel ist so ein Symbol, die ein
kleines Feuer ist, aber es könnte vielleicht ein Feuer entstehen. Das
würde ich mir wünschen.
X.
Ich hab den Eindruck, dieses Miteinander, das fällt uns wirklich sehr
schwer. Es ist eine große Sehnsucht da, aber ich glaube, da wiegt auch
die Last der Geschichte, auch des Versäumten, wie der Pater L. sagte.
Ich denke, dass ist eben auch so etwas, dass man das Miteinander
versäumt hat. Seit der Gründer tot ist, ist da 40 Jahre nichts
geschehen und das find’ ich wirklich sehr traurig und ich denke, dass
wir der Bewegung viel Kraft genommen haben und ich würde mir
wirklich wünschen, dass wir da auch über unseren Schatten hinweg
springen könnten und jetzt nicht nur vorsichtig sind, weil man nicht so
genau weiß und so…
Birgit Baumann, Freie Projektschönstätterin, Diözese Rottenburg-Stuttgart
Mein konkreter Traum ist eine Art Dachverband, eine Art – ich hab noch
kein richtiges Wort und nenn es deshalb als Arbeitstitel
„Schönstattakademie“ – wo sich all diese vielen Talente, die sich hier
in Schönstatt vereinigen, untereinander austauschen, aber dann auch in
Workshops allen Menschen offen zur Verfügung stellen, so dass die Leute
Antworten bekommen auf ihr konkreten Anfragen.
Und
wenn dann aus allen Gliederungen und Projekten jeder mit seinen
Fähigkeiten, mit seinem Beruf und seinen Interessen und Talenten einmal
im Jahr in dieser Akademie tätig wird, dann haben wir ein
beispielsloses Angebot, das Menschen wirklich konkret hilft.
Und dann werden wir auch in der Kirche in Deutschland und in der Welt bekannt.
Luise Halbig, Frauen nach Trennung oder Scheidung, Diözese Würzburg
Ich bin mit der Erwartung gekommen, dass eben die nächste Generation
Schönstatt für was Neues aufbricht, dass da alte Strukturen, die sicher
zum Teil gut sind, aber auch erneuert werden, aufgebrochen werden
müssen. Und dass auf dem Boden dessen, was gut ist, auf dieser guten
Saat, wieder etwas Neues wachsen kann.
Johannes Rutzmoser, SMJ München / "Erklär mir Schönstatt"
Meine Haupterwartung war, dass wir hier die erste Serie von „Erklär mir
Schönstatt“ veröffentlichen und dass wir hier sehr wichtige Impulse für
die ganze Schönstattbewegung finden, die – meine ich – Einiges an
Erneuerung verdient hat.
Eine wichtige Sache
ist während des Forums schon gelaufen, dass man miteinander ins
Gespräch kommt über Gliederungen und Generationen auch über „politische
Lager“ hinweg.
Weiter hätte ich mir ein bisschen mehr dialektischen Austausch
gewünscht, also dass man ruhig auch kontrovers diskutiert über Probleme
– auch ein Stückchen weit offener.
Sr. Johanna-Maria Helmich, Projekt Pilgerheiligtum
Ich glaube, dass das Zukunftsforum und der damit angestoßene Prozess eine gute Möglichkeit ist, dass man die Dinge ungeniert noch mal anschaut, die vielleicht sonst nicht gerne ausgesprochen werden. Ich persönlich hätte gedacht, wir brauchen das nicht unbedingt, weil man auch ohne Zukunftsforum offen Klartext reden kann.
Aber ich merke jetzt, dass doch viele Dinge da sind, die einfach mal ausgesprochen werden müssen und die dann mit diesem Zukunftsforum vielleicht abgeschlossen sind. Auch Erfahrungen in der Vergangenheit, die nicht glücklich sind, dass man die anschaut - sie ehrlich anschaut, weil da auch Scherben entstanden sind. Aber jetzt muss man auch sagen können: "Ok, wir wissen, dass manches schief gelaufen ist und dass das auch weiterhin passiert, weil wir nur Menschen sind. Aber wir versuchen, unsere Kräfte auf das Wesentliche zu konzentrieren und das schauen wir miteinander an."
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Wir arbeiten weiter daran, ihnen aktuelle Informationen zum ersten
Zukunftsforum der deutschen Schönstattfamilie präsentieren zu können.
In Kürze werden sie hier finden:
- Impulse und erste Ergebnisse des Zukunftsforums
- Informationen zu den Arbeitskreisen
- Bilder
- etc...