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Rückmeldung zum
Zukunftsforum II 13. bis 15. Februar 2009
Liebes Leitungsteam,
zunächst einmal ganz herzlichen Dank für allen Einsatz, alle
Überlegungen und Planungen für das Zukunftsforum II. Wie viel Kleinarbeit in
einer solchen Vorbereitung steckt, wie viel Engagement und Herzblut kann man
wahrscheinlich nicht recht ermessen. Meine folgende Rückmeldung auf das
Zukunftsforum II soll mehr ein Denkanstoß sein, weil ich selbst noch nicht
recht sagen kann, was da eigentlich an verschiedensten Prozessen in den Tagen
des Zukunftsforums gelaufen ist. Das war mein Eindruck, wir befinden uns nicht
mehr nur in dem beim ersten
Zukunftsforum begonnenen Prozess, vielmehr war es mittlerweile ein sehr vielschichtiger
Prozess bzw. die Parallelität mehrerer Prozesse.
Gesamtprozess Zukunftsforum
Wir stehen als deutsche Schönstatt-Bewegung momentan in
einer ungeheuren Umbruchsituation. Sehen wir das alle in Deutschland genügend?
Gerade in dieser Situation brauchen wir etwas Gemeinsames. Was ist das, was wir
als deutsche Schönstattfamilie auf 2014 hin wollen?
Der Beitrag von der Planungstagung hätte meiner Meinung nach
einen anderen Platz im Zukunftsforum gebraucht. Im Sinne eines Statements hätte
er am ersten Tag in die Reihe der Berichte der Arbeitskreise gepasst. Müssen
wir die Konferenz 2014 nicht gleichsam auch als etwas sehen, was in den Prozess
zwischen den beiden Zukunftsforen hinein gekommen ist, an dem wir nicht vorbei
können?
Als Zielvorgabe wurde eine „Visions-Formulierung“
angestrebt. Dieses Ziel des Forums wurde nicht erreicht.
Frage ist, wurde dieses Anliegen genügend zielgerecht
angestrebt? War die Anlage so, dass eine Visions-Formulierung hätte dabei
heraus kommen können?
Nach dem breit angelegten Mitbeteiligungsprozess beim ZF I
haben die Teilnehmer jetzt eine Fokusierung erwartet. Wurde diese bei der
Planung von ZF II genügend in den Blick genommen. Gab es genügend Input, bzw.
wurden die Beiträge von P. Boll und Herrn Maas genügend aufgegriffen?
Fehlte im Gesamtverlauf nicht die Disziplin, was die Pünktlichkeit
betraf?
War der Ansatz an den Defiziten glücklich, hätte man nicht
besser an positiven Erfahrungen angesetzt und dann lösungsorientiert weiter
gearbeitet?
Teilnehmerschlüssel
Bei den Teilnehmern des Zukunftsforum II war eine sehr große
Bandbreite vertreten von Mitgliedern der Verbänden bis zu solchen, die erstmals
bei einer Schönstattveranstaltung dabei waren. Von daher waren die
Voraussetzungen und die Ausgangsbasis für die Arbeitskreise sehr unterschiedlich.
Warum hat man den Teilnehmerkreis für das Zukunftsforum II nochmals geöffnet?
Ist ein ledigliches Interesse genügend Voraussetzung, an einem solch wichtigen
Prozess mitzuarbeiten? Ich finde es schwierig, in einen laufenden Prozess
einzusteigen, ohne die bisherigen Schritte mitgegangen zu sein.
Ein junger Unternehmer, der sich im Schönstattzentrum
Herxheim engagiert, bringt es so auf den Punkt: Komme mir vor wie auf einem
Schiff, wo jeder ein Steuer in der Hand hat. Dem Schiff fehlt im Moment das
Ziel, wo es hinsteuert. Wenn das Ziel klar ist, fehlt aber wohl die Kraft, es
anzusteuern.
Junge Generation
Diese Thematik hat im Gesamtprozess des Zukunftsforums eine
ganz große Rolle gespielt und den eigentlich angestrebten Zukunftsprozess
verdrängt. Hinzu kommt, dass sich immer mehr zeigt, wie differenziert das Feld
der jungen Generation zu betrachten und zu beurteilen ist. Muss der Selbstfindungsprozess
einer jungen Generation nicht an einem anderen Ort laufen?
Der Beitrag der Jungen Generation am ersten Tag hat
Irritation unter den jungen Leuten verursacht. Anfrage an das Leitungsteam des
ZF II: Warum hat das Initialteam einen solch großen Raum bekommen?
Arbeitskreise
Die Arbeit in den Arbeitskreisen war sehr unterschiedlich,
teilweise hat man sich an Einzelfragen aufgehalten. Die Ergebnisse der AK sind
nie im Plenum eingeholt worden, so dass man den Eindruck hatte, sie sind wenig
relevant für den weiteren Prozess. Das, was als Ergebnis vom Arbeitskreis „Ort
Schönstatt“ nachher im Raum stand, ist nicht repräsentativ für das, was im
Arbeitskreis dazu gesagt wurde. Es waren keine Ergebnisse sondern vielmehr
Fragen über Fragen.
Liturgische Feiern
Unser gemeinsames Beten und Singen fand ich diesmal wirklich
als ein miteinander ins Gebet gehen. Gerade bei einem solch intensiven
miteinander Arbeiten tut es gut, sich diese Zeiten zu nehmen, um die Fülle des
Aufgenommenen wieder zu zentrieren.
Bewertung des ZF II von Seiten der Teilnehmer
Am Ende des Zukunftsforum war eine Unzufriedenheit zu spüren
bei einem Potential an Leuten, die hochidentifiziert sind und sich auch gerne
effektiv einbringen wollten. Es ist schade, wenn sich dieses Potential nicht
auswirken kann. Sicherlich heißt es nach dem ZF II die Enttäuschungen bei
Einzelnen im Blick zu behalten, ins Gespräch zu kommen, damit Leute nicht
abspringen.
Ausblick
Die Oktoberwoche muss jetzt unbedingt 2014 aufgreifen. Wir
müssen uns als deutsche Schönstattbewegung in den Prozess einbringen.
Im Blick auf die Vorbereitung und die Planung des ZF III ist
ganz wichtig, es braucht eine zentrale und einfache Fragestellung, an der
gearbeitet wird. Es braucht motivierte Teilnehmer und die Arbeitsmethode muss
klar sein. Das ZF III kann an 2014 und dem begonnen Prozess nicht vorbei. Die
Vorbereitungen des ZF III müssten jetzt beginnen.
Wir dürfen uns nicht immer verstecken hinter der Ausrede:
„Wir hatten zu wenig Zeit!“ Ein solcher Prozess kann nicht nebenbei erledigt
werden, er braucht eine klare, langfristige Planung.
Sicherlich müssen wir alle jetzt mit schauen, motivierte
Leute zu suchen und zu finden, die beim ZF III mitarbeiten. Diese müssen dann
aber auch auf Augenhöhe ernst genommen werden. Es braucht vor allem einen ganz
langen Vorlauf und eine intensive Vorbereitung.
Es braucht möglichst bald eine klare Reaktion vom ZF II, wie
es weitergeht, um die Unzufriedenheit, die im Raum stand, aufzugreifen und die
motivierten Leute bei der Stange zu halten. Nach der Erfahrung von ZF II sind
alle gefragt, mit zu denken und zu planen bezüglich einer positiven Ausrichtung
auf das ZF III.
Jetzt heißt es gut hinschauen, dass das ZF III
richtig gut wird!
Schönstatt, 24. Februar 2009
Schw. Andra-Maria Lingscheid
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