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Feedback: Liebe und Leid gehen Hand in Hand Drucken E-Mail

Liebe und Leid gehen Hand in Hand – eine Rückmeldung.

 

Das Zukunftsforum II ist vorbei, ich bin wieder zu Hause und das erste Mal in meinem Leben bin ich wütend und enttäuscht von Schönstatt weggefahren. Drei Tage lang war ich in Schönstatt und habe von einer Zukunft Schönstatts geträumt, schließlich beinhaltet schon alleine der Begriff „Zukunftsforum“ dieses Wort. Und trotzdem sitze ich nun hier und habe den Eindruck und dass Gefühl, dass meine Träume sich so eben verabschiedet haben. Ich werde versuchen sie einigermaßen strukturiert aufzuschreiben, was dieses Gefühl hervorgerufen hat, damit mich man auch konstruktiv damit arbeiten kann. Meine Emotionen möchte ich jedoch nicht ganz aus dieser Rückmeldung halten, da sie sie authentisch machen.

 

Meine Erwartungen.
Ich kam zum Zukunftsforum II und dachte, dass in diesem Jahr die Zeit gekommen ist um konkret zu werden. Konkret in jeder Hinsicht: Inhaltlich und praktisch. Beim ZF I wurde viel geredet, es wurden Gemeinsamkeiten gefunden und wir haben angeschaut, was es denn alles in der Schönstattfamilie gibt und haben wahrgenommen, was wir uns jetzt wünschen und vor allen Dingen, was wir uns für die Zukunft wünschen. In den Kommentaren vieler einzelner Personen der einzelnen Gliederungen hat man unterschiedliche Strömungen mitbekommen, diese aufgenommen und dann darin auch einen gemeinsamen Strom entdecken können. Ein „Wir“-Gefühl entstand und das war höchste Zeit. Beim ZF 2, dachte ich, dass man diese Strömungen wieder aufgreifen würde und dann konkrete Dinge anpacken könnte. Das hätte für mich geheißen auch spontan und flexibel auf das was kommt zu reagieren. Erfüllt wurden diese Erwartungen nicht.

 

Was ist passiert - konkrete Kritik an den einzelnen Tagen

Der Freitag: Etwas unsicher darüber,  was man denn mit dem 2. Zukunftsforum anfangen möchte und was daraus entstehen soll, kam ich am Freitag morgen in Schönstatt an. Die Informationen die wir über die einzelnen Arbeitskreise erhalten haben, waren sehr gut.  Der Abend war gelungen, da ich den Eindruck hatte: Ja, da passiert etwas Zukunftweisendes. Am Ende des Tages war ich weder unzufrieden noch begeistert, ein unbestimmtest Gefühl, dass sich aber auch dadurch ergibt, dass man erst ankommen muss. Allerdings kam mir jetzt schon der Gedanke: ein reinigendes Gewitter wäre gut. Einfach der Raum für die Leute zu sagen, was sie denken und auch erwarten. Da ich dieses Gefühl aber schon vom letzten Jahr her kannte, meinte ich dass es am zweiten Tag einfach besser werden würde.

 

Der Samstag begann durchwachsen. Die Vorträge von Pater Boll und Bernhard Maas waren sehr inhaltsreich und absolut sinnvoll. Die Arbeitskreise nach dem Mittagessen waren auch gut, man hatte das Gefühl, dass man endlich mal was machen könnte. Motivierend. Nach den Arbeitskreisen hatte aber wohl so gut wie jeder das Gefühl: Jetzt möchte ich reden. Ich möchte im Plenum mitteilen, was in meiner Gruppe los gewesen ist und dann erfahren was sie dazu meinen. Passiert ist nichts. Der Abend war nett, unterhaltsam, aber zu lang und scharf formuliert: falsch angelegt. Die Planungstagung 2014 kam zum Schluss. DAS was inhaltlich die Schönstattfamilie vor zwei Wochen einmal für das 100-jährige angedacht hatte kam viel zu kurz. Wäre das nicht eigentlich ein großes Thema gewesen? Hätte gerade diese Konferenz nicht einen ganz anderen Stellenwert bekommen sollen?

 

Der Sonntag war der Frust-Tag. Ein Plenum in dem viel gesprochen wird, in dem die Leute sagen was sie meinen, das aber aus Zeitgründen abgebrochen wird, so dass viele nicht sagen können was sie bewegt. Das Feedback fällt aus. Zurück bleibt eine Unzufriedenheit.

 

Der Versuch zu verstehen und verstanden zu werden.

„Aus der Unzufriedenheit kann etwas entstehen“, so und ähnlich habe ich den Satz heute gehört. Aber was ist denn das für eine Methode? Muss ich etwas unzufrieden sein damit ich genügend Motivation habe etwas für Schönstatt zu tun? Ist das wirklich der Gedanke der dahinter steckt? Falls man das erreichen wollte kann ich nur eines sagen was auf mich, aber  wie ich den Eindruck habe auch auf andere zutrifft. Nein! Ich brauche keine Unzufriedenheit um etwas für Schönstatt zu tun! Ich habe noch nie etwas in Schönstatt getan weil ich unzufrieden bin. Für mich ist das eher ein Schritt in die entgegengesetzte Richtung. Wenn ich etwas für Schönstatt tue, dann weil ich es möchte, weil ich es mir wünsche, weil ich meine, dass es sinnvoll ist und dass es auch Zukunft hat etwas anzugehen. Ich mache es, weil ich Schönstatt liebe, weil ich denke, dass es etwas bringt die Botschaft, die ich in Schönstatt kennen gelernt habe in die Welt zu tragen und nicht weil mich die Wut dazu bringt den Zwang zu verspüren etwas zu verändern.

 

Ich versuche aber zu verstehen, was eigentlich gewollt war: Unzufriedenheit kann etwas bewegen, das stimmt, aber man sollte sich fragen bei wem man diese Gefühl heraufrufen möchte und ich glaube, das ist eine Generationenfrage. Durch ein Gespräch mit einer Frau aus der mittleren Generation und auch mit Pater Güthlein habe herausgehört , was der Unterschied ist. 

Früher, in den Generationen vor mir so scheint es, haben die Leute einfach etwas getan. Wenn es einen Konflikt gab, dann hat man ihn angenommen, man ist ihm nicht ausgewichen. „Wenn mir etwas nicht passt, dann mache ich mich doch einfach mal daran es zu ändern“. So in etwa habe ich das verstanden. Mutig. Bewundernswert. Gefällt mir. ABER ich bin eine andere Generation. Ich habe anderes gelernt und zwar von Kind an. Ich setze auf Teamarbeit und auf Kooperationen. Ich will den Konflikten nicht ausweichen, sie werden ohnehin entstehen, denn das gehört dazu, wenn man etwas verändern möchte. Es ist lange nicht so schwierig, wenn man etwas Neues schaffen möchte! Das Verändern ist kompliziert. Und in diesem Fall setze ich mich nur dann für etwas ein, wenn ich weiß, dass es sich lohnt. Das bedeutet nicht, dass ich hundertprozentig wissen muss ob ich meine Ziele tatsächlich so verwirklichen kann, aber ich muss mir sicher sein, dass die Sache für die ich kämpfe mir auch sinnvoll erscheint und „lohnen“ heißt in diesem Fall, sie muss es wert sein, dass ich deswegen Konflikte eingehe. Dann setze ich mich dafür ein und kämpfe wenn nötig auch mit vollem Einsatz darum. Ich will Realismus, aber das heißt nicht meine Ideale und Ideen deswegen zu verraten und keine Visionen mehr zu haben! Ist es Schönstatt jetzt wert sich dafür einzusetzen?

 

 

Das Zukunftsforum vs.  Oktoberwochen-Effekt

Das Zukunftsforum I war im letzten Jahr die Tagung gewesen, an der man die Strömungen der Gliederungen wahrgenommen hat. Es gab keine Vorformulierungen, nur die Ideen einzelner Leute, die sich dann gebündelt haben. Dieses Jahr ist etwas anderes passiert. Ich nenne es den Oktoberwochen-Effekt: Das Thema ist vorgegeben, die Ziele damit indirekt auch. Für Kreativität, Spontanität ist kaum oder gar nur bedingt Platz – und zwar dann, wenn er eingeplant ist. Der Unterschied zur Oktoberwoche besteht jedoch darin, dass sich jeder dessen bewusst ist, dass es so ist und man es als solches auch akzeptiert.

 

Das Thema

Das Thema beim Zukunftsforum II: Leitbild.

Ja, wir brauchen ein Leitbild. Ein Leitbild / Säulen oder ähnliches muss es für Schönstatt geben, aber das ist doch einseitig! Was bringt es mir ein Leitbild zu haben, wenn ich nicht weiß an wen ich es richte? Was bringt mir ein Leitbild, wenn ich nicht auch schon schaue wofür ich es verwenden möchte? Und wenn es das Ziel ist ein solches zu entwickeln, weil es im letzten Jahr sich so herauskristallisiert hat, dann kann man das doch als Ziel ausformulieren und zwar öffentlich und dann zur Diskussion stellen! Das wäre sicherlich sinnvoll gewesen um auch aufzunehmen, was darüber gedacht wird. Danach hätte man wieder an die konkrete Umsetzung gehen können. Dafür ist aber dieses Plenum nicht geschaffen. Hierfür müssen sich wieder Leute aus allen Gliederungen finden die sich wünschen auf inhaltlicher Ebene zu arbeiten. Die grundsätzlich arbeiten wollen. Das sollte dann kein kleiner Arbeitskreis sein, sondern ein Forum wie das Zukunftsforum, an dem gesammelt, gebündelt und am Ende von einer kleineren Kommission Texte formuliert werden, die man dann wiederum in das Zukunftsforum geben könnte um sich darüber zu einigen ob man mit dem was dabei herausgekommen ist zufrieden ist oder noch etwas fehlt. Eine Art Leitbildforum. Das Zukunftsforum ist aber nicht der Ort dafür, denn hier sitzen noch andere Leute. Und zwar solche die konkret etwas gestalten möchten - die Praktiker. Das sind diejenigen die sagen: Ich möchte, dass sich einer der Punkte, die wir angesprochen haben verwirklicht. Diese Leute brauchen wir auch und genau darin hatte ich bisher den Sinn des Zukunftsforums gesehen. Hier kommen alle zusammen. Und das was die Praktiker wollen, die konkrete Umsetzung, sollte und muss eigentlich gleichzeitig mit der Leitbildentwicklung passieren! Wir leben in einer Zeit in der das Auto das ich heute kaufe, morgen schon veraltet ist. In der während ich mit der Wimper zucke schon wieder tausende von neuen Informationen im Internet stehen. Und dann wollen wir Schönstätter ernsthaft der Zeit sagen: Warte mal auf uns! Wir brauchen noch etwas.

 Dass das nicht funktionieren kann, weiß wohl jeder der beim Zukunftsforum war. Aber warum machen wir es dann? Ich erwarte nicht, dass das Leitbild Schönstatts innerhalb von einem Jahr fertig und perfekt ausgefeilt formuliert vor mir liegt. Ich erwarte es auch nicht in 2 Jahren, aber ich erwarte, dass wir jetzt schon die Infrastruktur schaffen um es, wenn es fertig ist sofort an die Öffentlichkeit zu bringen. Wenn wir das nicht tun, dann fallen wir in einen Dornröschenschlaf, aber das kann und darf nicht unser Ziel sein. Die Botschaft Schönstatts gibt es schon seit 95 Jahren und nur weil wir sie noch nicht adäquat für unsere Zeit formuliert haben, heißt es noch lange nicht, dass wir alle anderen Aktionen auf Eis legen müssen.

 

Was ich mir gewünscht hätte.

Eine Prioritätensetzung.

Gibt es nicht die Möglichkeit 10 Arbeitskreise, die allen als notwendig erscheinen zu bilden, damit diese schon arbeiten können. Ganz unabhängig davon ob es bereits einen Leiter dafür gibt oder nicht? Wenn wir die Arbeitskreise hätten, dann könnte man diese in die Gliederungen hineinkommunizieren und dann gliederungsübergreifend Fachkräfte dafür finden. Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Miteinander...alle diese sind wirklich wichtige Kreise. Jetzt wäre es doch an der Zeit, wenn nicht bereits schon passiert, die fachkompetenten Leute zusammenzubringen, damit diese arbeiten können. Ansonsten besteht die klassische Gefahr, dass man sich verzettelt, weil man immer mehr Projekte anstößt. Ich erinnere mich noch gut an die Worte die letztes Jahr gefallen sind „wir brauchen nicht mehr Projekte, denn wir haben alle schon genug zu tun“. Stimmt. Aber bei all den Projekten die wir haben müssen wir Prioritäten setzen und auch neue anstoßen

Mehr Transparenz.

Das Forum hat meine Erwartungen nicht erfüllt, weil sie es auch gar nicht hätten werden können, den ich wusste z.B. nichts von der Zielsetzung und es lag sicherlich nicht daran, dass ich schlecht lese. Wenn mir diese bekannt gewesen wäre, dann hätte ich eine andere Haltung eingenommen.

Mehr Informationen.

Ich hätte gerne gewusst, was die Arbeitskreise noch weiteres gemacht haben. 15 min Präsentation war gut, aber man hätte zusätzlich noch Leinwände aufstellen können und dann dort die Möglichkeit geben können Anfragen, Kritik, Lob u.ä. zu nennen. Feedback zu geben, denn um das größte Spektrum an Rückmeldungen zu bekommen ist das Zukunftsforum genau der richtige Ort.

Mehr Abschied von Altem.

Zukunft gedacht, dass heißt auch neu denken, anderes  zu wagen, unsicheres Land betreten. Das heißt ich darf mich auch von alten Formen verabschieden und auch von festen Strukturen etwas Abschied zu nehmen. Ich darf einen bunten Abend absagen, wenn ich merke, dass die Stimmung eine andere ist. Natürlich auf das Risiko hin, dass einige enttäuscht sind. Ich darf mich in der Moderation, Zusammenfassungen u.ä. von alten Begrifflichkeiten lösen, wenn ich als Organisator des Zukunftsforums agiere. Der Input den ich erhalte, darf auch reduziert (z.B. Freitag morgen). Nicht weglassen, aber ist weniger vielleicht manchmal nicht mehr? Und man darf danach durchaus den Leuten etwas Zeit lassen, damit sie darüber nachdenken können. Eine Dauerberieselung ist nicht immer gut.

 

Zukunftsforum III – ein Traum

Im Vorfeld

In der Einladung werden die konkreten Ziele, falls es welche geben muss, benannt. Die verwendete Sprache auf der Einladung, aber auch im Forum entsprechen dem Zeitgeist, auch wenn bestimmte schönstättische Elemente natürlich nach wie vor dazu gehören, aber ein Außenstehender, der Schönstatt so kennt, sollte es verstehen können.

Auf der Tagung

Auf dem Zukunftsforum III wird ein Teil des Leitbildes präsentiert. Die Teilnehmer können Rückmeldungen dazu geben und mitteilen was sie von dem bisher erarbeiteten halten.

Sieben weitere Arbeitskreise (mehr sind willkommen), die von der Mehrheit der Teilnehmer des Zukunftsforums als wichtig eingestuft wurden, stellen ihre Arbeit vor und erklären ihr weiteres Vorgehen. Auch hier können Rückmeldungen gegeben werden.

Das Organisationsteam hat unter anderem Mitglieder aus der jungen Generation und von den Familien.

Das Programm lässt Freiheit, damit die Teilnehmer ihre Gedanken sortieren können und auch im Plenum vortragen können.

Die Teilnehmer teilen am Ende des ZF III auf Evaluationsbögen mit, was gut gewesen ist, was fortgeführt werden sollte und was man nicht mehr unbedingt für notwendig erachtet. 

 

Persönliches Resumé.

Gewitter reinigen die Luft heißt es immer. Das Zukunftsforum hat zwar ein Donnergrollen gebracht und auch einige Blitze, aber zur Reinigung ist es noch nicht wirklich gekommen bzw. sie geschieht jetzt nicht im Plenum, sondern wieder über Rückmeldungen, so dass man nicht mitbekommt, was bei anderen Personen ansteht. Auch wenn ich eigentlich der Meinung bin, dass diese Rückmeldungen schon während dem Zukunftsforum hätten gegeben werden müssen, bitte ich trotzdem darum, dass sie auch wirklich ernst genommen werden. Es müssen nicht alle Vorschläge sofort übernommen werden, aber einige werden durchaus umsetzbar sein.

 

„Wer an einer Sache nicht gelitten hat, der liebt und kennt sie nicht“ hat Maurice Blondel einst geschrieben. Ich schließe mich ihm an.

Zur Zeit weiß ich jedoch nicht ob das „Leiden- aushalten“ sich auch tatsächlich für dieses Projekt, dass die Zukunft Schönstatts betrifft auch wirklich lohnt. Denn mein persönlicher temporärer Eindruck geht eher in die Richtung, dass ich befürchte, dass erst dann etwas geschehen wird, wenn ich schon gar nicht mehr zur „jungen Generation“ gezählt werde. Das wäre sehr traurig für eine Bewegung, die einst als moderne Erneuerungsbewegung verstanden wurde. Gegründet von einem Mann, der mehr als nur innovative und provokante Ideen für seine Zeit hatte. Unser Ziel müsste doch eigentlich sein, genau daran anzuschließen. Will die Schönstattbewegung das tun, dann sollte sie die ersten Schritte wagen – jetzt.

 
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Events spielen in Schönstatt eine immer größere Rolle. Das ist…
 
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