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An das
Kernteam
des Zukunftsforums
Zu Hd.
Schwester Vernita
Saarbrücken, den 23.2.09
Grüß Gott
Schwester Vernita,
da ich von
Schwester Nurit hörte, dass es am Aschermittwoch wieder eine Sitzungdes Landespräsidiums (?) gibt, möchte ich
Ihnen noch schnell meinen Eindruck vom vergangenen ZF auf diesem Wege zusenden.
Ich tue
mich ein wenig schwer, meine Gedanken kurz und überschaubar zu formulieren,
denn der Eindruck, mit dem ich das ZF verlassen habe, hat sich noch nicht ganz
„gelichtet“. Ich kam mir am Ende der Tage vor wie „ voll gestopft“, so viele
Impulse, Eindrücke, Gedanken und Erlebnisse waren auf mich eingestürmt.
Vielleicht wurde die Situation noch dadurch verschärft, dass ich an ZF 1 nicht
teilnehmen konnte.
Gut gefallen hat mir – auch
jenseits der farblichen Harmonie – die Moderation, die Sie und Herr Maas souverän
im Griff hatten. Das war „unaufgeregt“, sachlich und kompetent.
Der liturgische Teil war – mit
Ausnahme der letzten Messgestaltung – wohltuend schwungvoll und mit
Tiefgang. Zum Abschluss der Veranstaltung hätte ich mir eine etwas
lebendigere musikalische Gestaltung gewünscht. Nichts gegen Latein, aber
warum bei einem solchen Treffen? Wo blieb da das pfingstliche Feuer, das uns
in den Alltag begleiten soll?
Generell
möchte ich aber folgende Punkte kritisch kommentieren:
Programm: Die Tagung war viel zu überfrachtet (siehe oben) und damit
unkreativ anstrengend. Der Glaube an die Macht des Wortes ist wohl in
Schönstatt ungebrochen. Aber die Hälfte der Impulse konnte ich gar nicht
richtig verarbeiten. Was ich am meisten vermisst habe, war eine klare
Linie: Mir ist nicht ersichtlich, was Ziel des ZF ist. Ich
dachte, es ginge zunächst einmal darum, auf breiter Basis „Ideen zu
spinnen“ für die künftige Entwicklungsrichtung der Bewegung, bin dann aber
vom Wunsch nach zugespitzte Formulierungen überrascht worden (das ist
meines Erachtens an diesem Punkt des Prozesses verfrüht)
Teilnehmerkreis: Ich stelle mir auch die Frage,
ob nicht zu wenige echte „Querdenker“ anwesend waren – vielleicht außer den sympathischen
jungen Leuten und einigen unkonventionelleren „älteren Semestern“. Es war
meinem Empfinden nach zu viel „etabliertes Schönstatt“ versammelt. Die
Fortsetzung der Oktoberwoche mit anderen Mitteln! Mir hätte gut gefallen, wenn jemand die
„Außenansicht von Schönstatt“ vertreten hätte. Vielleicht war auch die
Teilnehmerzahl insgesamt für ein dynamisches „Brainstorming“ zu groß??
Stellenwert 2014: Schade, dass so spät abends erst das wichtige
Tagungsergebnis präsentiert wurde. Warum nicht gleich zu Beginn? Dann wäre
schon ein wichtiger Anknüpfungspunkt für die deutsche Schönstattfamilie
vorhanden gewesen. So sind viele Impulse ungenützt verpufft.
Methodik der Tagung: Ich hätte mir gewünscht, dass
die Tagung mehr im Sinne einer „Spurensuche“ gestaltet worden wäre. Warum
sollten wir den Text unseres Vaters vorher lesen? Da war doch die
eigentlicheFragestellung, die uns
bewegt, aufgeworfen. Warum haben wir uns nicht im Sinne des Studiums der
„Zeitenstimmen“ darangegeben, nach dieser Vision zu suchen oder die Suche
(die im vergangenen Jahr angestoßen worden war) weiter zu verfolgen. In
diesem Sinn hätte dann die Arbeit in den Arbeitskreisen anders akzentuiert
werden müssen.
Einen Wunsch hatten sicher alle TeilnehmerInnen: Es müsste
viel mehr Zeit für das persönliche Kennen lernen und den informellen
Gedankenaustausch gelassen werden. Da vor allem wächst familienhafte
Gemeinschaft. Das ist eigentlich das Herzstück des Prozesses, der auf keinen
Fall auf das ZF beschränkt sein darf, aber auch dort seinen Platz haben muss.
Das sind nur ganz kurz einige Punkte, die mir aus dem
unmittelbaren Erleben einfallen.
Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Fastenzeit!
Mit herzlichen Grüßen
Inge Wilhelm
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