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Feedback Inge Wilhelm: familienhafte Gemeinschaft wachsen lassen Drucken E-Mail

Inge Wilhelm

Petersbergstr. 12a

66119 Saarbrücken

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An das

Kernteam des Zukunftsforums

Zu Hd. Schwester Vernita

 

                                                                  Saarbrücken, den 23.2.09

 

Grüß Gott Schwester Vernita,

 

da ich von Schwester Nurit hörte, dass es am Aschermittwoch wieder eine Sitzung  des Landespräsidiums (?) gibt, möchte ich Ihnen noch schnell meinen Eindruck vom vergangenen ZF auf diesem Wege zusenden.

 

Ich tue mich ein wenig schwer, meine Gedanken kurz und überschaubar zu formulieren, denn der Eindruck, mit dem ich das ZF verlassen habe, hat sich noch nicht ganz „gelichtet“. Ich kam mir am Ende der Tage vor wie „ voll gestopft“, so viele Impulse, Eindrücke, Gedanken und Erlebnisse waren auf mich eingestürmt. Vielleicht wurde die Situation noch dadurch verschärft, dass ich an ZF 1 nicht teilnehmen konnte.

 

  1. Gut gefallen hat mir – auch jenseits der farblichen Harmonie – die Moderation, die Sie und Herr Maas souverän im Griff hatten. Das war „unaufgeregt“, sachlich und kompetent.
  2. Der liturgische Teil war – mit Ausnahme der letzten Messgestaltung – wohltuend schwungvoll und mit Tiefgang. Zum Abschluss der Veranstaltung hätte ich mir eine etwas lebendigere musikalische Gestaltung gewünscht. Nichts gegen Latein, aber warum bei einem solchen Treffen? Wo blieb da das pfingstliche Feuer, das uns in den Alltag begleiten soll?

 

Generell möchte ich aber folgende Punkte kritisch kommentieren:

 

  1. Programm: Die Tagung war viel zu überfrachtet (siehe oben) und damit unkreativ anstrengend. Der Glaube an die Macht des Wortes ist wohl in Schönstatt ungebrochen. Aber die Hälfte der Impulse konnte ich gar nicht richtig verarbeiten. Was ich am meisten vermisst habe, war eine klare Linie: Mir ist nicht ersichtlich, was Ziel des ZF ist. Ich dachte, es ginge zunächst einmal darum, auf breiter Basis „Ideen zu spinnen“ für die künftige Entwicklungsrichtung der Bewegung, bin dann aber vom Wunsch nach zugespitzte Formulierungen überrascht worden (das ist meines Erachtens an diesem Punkt des Prozesses verfrüht)

 

  1. Teilnehmerkreis: Ich stelle mir auch die Frage, ob nicht zu wenige echte „Querdenker“  anwesend waren – vielleicht außer den sympathischen jungen Leuten und einigen unkonventionelleren „älteren Semestern“. Es war meinem Empfinden nach zu viel „etabliertes Schönstatt“ versammelt. Die Fortsetzung der Oktoberwoche mit anderen Mitteln! Mir hätte  gut gefallen, wenn jemand die „Außenansicht von Schönstatt“ vertreten hätte. Vielleicht war auch die Teilnehmerzahl insgesamt für ein dynamisches „Brainstorming“ zu groß??

 

  1. Stellenwert 2014: Schade, dass so spät abends erst das wichtige Tagungsergebnis präsentiert wurde. Warum nicht gleich zu Beginn? Dann wäre schon ein wichtiger Anknüpfungspunkt für die deutsche Schönstattfamilie vorhanden gewesen. So sind viele Impulse ungenützt verpufft.

 

 

  1. Methodik der Tagung: Ich hätte mir gewünscht, dass die Tagung mehr im Sinne einer „Spurensuche“ gestaltet worden wäre. Warum sollten wir den Text unseres Vaters vorher lesen? Da war doch die eigentliche  Fragestellung, die uns bewegt, aufgeworfen. Warum haben wir uns nicht im Sinne des Studiums der „Zeitenstimmen“ darangegeben, nach dieser Vision zu suchen oder die Suche (die im vergangenen Jahr angestoßen worden war) weiter zu verfolgen. In diesem Sinn hätte dann die Arbeit in den Arbeitskreisen anders akzentuiert werden müssen.

 

Einen Wunsch hatten sicher alle TeilnehmerInnen: Es müsste viel mehr Zeit für das persönliche Kennen lernen und den informellen Gedankenaustausch gelassen werden. Da vor allem wächst familienhafte Gemeinschaft. Das ist eigentlich das Herzstück des Prozesses, der auf keinen Fall auf das ZF beschränkt sein darf, aber auch dort seinen Platz haben muss.

Das sind nur ganz kurz einige Punkte, die mir aus dem unmittelbaren Erleben einfallen.

 

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Fastenzeit!

Mit herzlichen Grüßen

 

Inge Wilhelm

 


 

 
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