Um keine falschen Erwartungen zu wecken im Blick auf dieses eine Auswertungsblatt gleich eine Vorbemerkung: Hier handelt es nur um eine knappe, gestraffte Übersicht.
An zwei Auswertungswochenenden hat sich ein kleines Team bemüht, eine übersichtliche Bilanz zu erstellen. Wir haben sehr davon profitiert, dass Studierende der Soziologie und der Psychologie dabei waren. Sie sind es gewohnt mit Umfragen umzugehen. Bei der Art unserer Fragen und Rückmeldungen war schnell klar, dass es sowohl um eine quantitative als auch mehr noch um eine qualitative Auswertung des Materials gehen muß.
Die Darlegung der Auswertungsergebnisse der Rückläufe des Beteiligungsprozesses hat mehrere Schritte und Formen.
- Für die Teilnehmer des Zukunftsforums werden Exemplare mit der Gesamtdokumentation aller Rückmeldungen zur Einsicht vorliegen. Diese ca 250 Seiten sind einfach zu viel Papier, um sie für jeden Einzelnen zu kopieren. Außerdem hat man da eine unübersichtliche Sammlung vor sich.
- In den Arbeitsunterlagen für die Teilnehmer des Zukunftsforums wird es eine ca. 15 seitige Auslese mit markanten Stellungnahmen geben, die jeden in das Spektrum der Rückläufe einführt.
- Beim Forum selbst werden Vertreter des Auswertungsteams ein Resümee im Plenum darlegen.
- Die wichtigste Auswirkung des Beteiligungsprozesse liegt aber in der inhaltlichen und formalen Konzeption des Zukunftsforums, wie es jetzt geplant ist: In den Impulsen und den thematischen Arbeitskreisen kommen ausdrücklich die thematischen Anliegen der Rückläufe zur Sprache.
Zum ersten Mal haben wir für auf eine zentrale, die Zukunft der Schönstatt-Bewegung in den Blick nehmende Veranstaltung so breit Meinungen und Stellungnahmen erbeten. Und die Rückläufe spiegeln durchaus einen realistischen Querschnitt unserer Familie wieder.
Aus allen Gemeinschaften und Gliederungen haben sich einzelne und Gruppen zu Wort gemeldet und auch inhaltlich kommt eine thematische Fülle zur Sprache.
Immer noch gehen Rückmeldungen ein und es sind jetzt etwa 200, hinter denen ca. 700 Personen stehen. Oft sind die Stellungnahmen aus einem Gruppengespräch oder aus einem Arbeitskreis heraus entstanden.
Neben der Themenfülle kristallisieren sich aber auch klare Anliegenschwerpunkte heraus.
Aus 380 Einzelstichworten, die wir den Stellungnahmen zugeordnet haben, werden folgende Schwerpunktthemen deutlich:
Miteinander in Schönstatt
Als ein fast durchgehendes Anliegen wird die Not unseres vielfältigen und parzellierten Schönstatt und eine große Sehnsucht nach einem erlebten Miteinander und nach einer wirksamen Kooperation ins Wort gebracht. Praktisch wird gar nicht von mehr Profilierung der Gemeinschaften gesprochen, oft dagegen von einer profilierten Wahrnehmung Schönstatts als Ganzem.
Auch in dem Miteinander mit anderen kirchlichen und gesellschaftlichen Kräften liegt für viele eine Zukunftsperspektive.
Schwerpunkt Familie
Genauso häufig wird das nächste Thema genannt: Familie.
Hier sieht man eine besondere, gesellschaftliche Dringlichkeit, Wachstumspotential und auch eine zunehmenden Mitgestaltung und Mitverantwortung der Familien für das Ganze der Bewegung in der Zukunft.
Projekte und Initiativen
Vielfältig ist der Hinweis auf Projekte und Initiativen. Es geht um den Stil unserer Bewegungsarbeit in der Zukunft. Müßten wir uns nicht viel mehr als bisher über apostolische Initiativen als über Gliederungen definieren?
“... Dabei ist bei apostolischen Projekten der rückwirkende identifizierende Effekt auf diejenigen, die sich apostolisch betätigen, nicht zu unterschätzen. Insgesamt brauchen wir nach meinem Dafürhalten in Deutschland noch mehr starke apostolische Projekte. Gradmesser für ein Projekt ist für mich im Moment, wie stark es gelingt, in jüngere Generationen vorzustoßen ...”
Im Blick: Zeitnöte
Vielfältig und engagiert wird auf Nöte unserer Zeit hingewiesen, an denen sich die Fruchtbarkeit und die Glaubwürdigkeit unserer Spiritualität erweisen muß.
Öffentlichkeit / Außenwirkung / Verheutigung
In ganz unterschiedlichen Formulierungen wird in vielen Stellungnahmen eine gewisse Not und Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht: Liegt manches Unverständnis in der Begegnung mit Schönstatt eben nicht am prophetischen Impuls, der von uns ausgehen sollte, sondern an dem Eindruck, dass Schönstatt irgendwie stehen geblieben ist und mache Entwicklung im Raum von Gesellschaft und Kirche ungenügend erarbeitet hat. Oft wird ein unverständliches und unzeitgemäßes Vokabular kritisiert.
Die weiteren Schwerpunkte aus unserer geordneten Übersicht möchte ich einfach als Liste nennen:
- Profilierung und Positionierung Schönstatts in Gesellschaft und Kirche
- Situation und Perspektive unserer Schönstatt Zentern
- Erneuerung aus den Schwerpunkten unserer Spiritualität und den Quellen unseres Ursprungs
- Unser pädagogischer Auftrag
- Junge Erwachsene und nächste Generationen in Schönstatt
Auswertungteam:
Dorthe Freisberg - P. Ludwig Güthlein - Kerstin Möhlich - Kornelia Orlob - Gerhard Pfenning - Sr. M. Vernita Weiß - Georg Zimmerer